WiK Super Tiger

WiK SuperTiger

Spannweite: 1,5 / 1,2 m
Rumpflänge: 1,25 m
Gewicht: ca. 3000 g
Hersteller: WIK
Baujahr: 1989 – 2009

 

Mein WiK Super Tiger ist eigentlich ein Spross reiner Selbstüberschätzung. Ein Doppeldecker musste her. Geträumt habe ich natürlich von der WiK Waco T10 oder der Christan Eagle von Simprop, nur die waren einfach unerschwinglich. Der Supertiger war da ein super Kompromiss. Nur ein einfacher Baldachin und keine weitere Verspannung der Tragflächen. Gesagt getan und kurzerhand einen Baukasten bestellt, müsste so um 1987 gewesen sein.

Ich bin dann auch ganz motiviert an den Bau des Rumpfes gegangen, habe mich aber zum Glück noch anders besonnen und meine Flugerfahrungen erst mal mit einem Taxi und dann später mit der Rasant vertieft. Geholfen hat es allerdings nicht sehr viel, darauf  komme ich aber erst später wieder zurück.

Erwartungsgemäß sind aus dieser Zeit nicht so viele Bilder vorhanden wie man das von neueren Projekten gewohnt ist. Für ein paar Bauabschnitte hat es damals aber trotzdem noch gereicht. Ich habe mir damals schon ganz tolle Hilfsmittel gebastelt um den Rumpf gerade zu bekommen. Das sah schon ganz schön professionell aus.

Danach ging es in gewohnter Manier und ohne größere Herausforderungen weiter.

 

Erst mit dem ABS Rumpfrücken und den ALU Baldachinstreben wurde es wieder ein bisschen „tricky“. Die Passgenauigkeit des ABS Rumpfrückens ließ doch zu wünschen übrig. Und somit mussten die Übergänge recht zeitaufwändig verspachtelt und verschliffen werden.

Jetzt war es soweit, dass der Rumpf lackiert werden konnte. Damals hatte ich noch Beziehungen zu einer Lackiererei, heute sieht das leider anders aus. Von der unteren Fläche gibt es leider keine Bilder, das muss wohl so nebenbei passiert sein. Als ich dann 2008 wieder in das Geschehen eingestiegen bin, sind dann auch die ersten digitalen Bilder der unvollendeten Super Tiger entstanden. Bis dato hatte der Flieger aber schon seinen zweiten Motoreinbau hinter sich. Ursprünglich noch mit einem Webra 61 Blackhead befeuert, hatte ich ihn später auf einen K&B 65 umgerüstet. Zu diesem Zeitpunkt hatten mir die Hamsterbacken nicht mehr gefallen und ich wollte eine neue Motorhaube laminieren. Wie auf den Bildern zu sehen ist, ist der K&B auch hängend eingebaut. Das ist aber alles schon sehr lange her.

 

Da ich ab 2008 wieder aktiv mit dem Fliegen begonnen habe und endlich auch Fortschritte zu sehen waren, bekam ich wieder Lust den Super Tiger zu vollenden. Es war ja auch nur noch die obere Fläche zu bauen. In diesem Fall natürlich ganz zeitgemäß mit je einem Servo pro Querruder. Der Aufbau der Fläche hat dann gleich wieder so viel Spaß gemacht, dass noch ein weiteres Bauvorhaben gestartet wurde.

Nachdem sich die Zeiten doch etwas geändert haben, war die Frage des Antriebs wieder komplett offen! Methanol sollte es dann aber schon sein, nur eben ein 4-Takter. Bei der Suche sind mir die OS Alpha Motoren sofort positiv aufgefallen. Meine Wahl fiel dann auf den OS FS81 Alpha. Und was soll ich sagen, der Motor ist ein Traum. Mein OS FS 70 Surpass II läuft ja schon super, aber der toppt das Ganze noch mal. Da der Super Tiger schon einige Motoreinbauten hinter sich hatte war dieser Bauabschnitt schnell erledigt.

Flugs noch die RC Komponenten eingebaut und fertig war der Supertiger und das schon nach ca. 20 Jahren. Das musste ja was werden.

Am 28.06.2009 war es dann endlich so weit. Ich war natürlich viel zu aufgeregt um den Flieger zu starten, aber Berni (ein Vereinskollege) hat mir diese Last dann abgenommen und den Erstflug übernommen.

Bei traumhaftem Wetter ist der Super Tiger dann abgehoben und ich möchte nicht ohne Stolz sagen, dass man keine Zacke nachtrimmen musste.

Nachdem ich mich dann auch ein wenig an den Flieger gewöhnt hatte ist mir letztlich doch ein kleines Missgeschick passiert.

Als ich Ende September 2009 eine langsame Platzrunde flog ist mir leider ein Kollege in die Bahn geflogen. Und da ich doch noch sehr unsicher war habe ich etwas überreagiert und dem Flieger einen schönen Abriss verpasst. Leider waren die Bäume in diesem Sektor sehr hoch und der Super Tiger etwas zu tief, was einen unvermeidlichen Kontakt zur Folge hatte.
Resultat dieser kurzen Liaison waren ein abgerissenes Höhenleitwerk, ein ausgerissenes Fahrwerk und beide Flächen waren mehr oder weniger stark beschädigt. Erschwerend kam noch dazu, dass der oberer Flügel 10 m hoch im Baum hängen blieb. Ich hatte ihn schon aufgegeben als ein Zuschauer mir Hilfe in Form von professionellem Bergsteiger Equipment anbot.
Nachdem wir dann Alles an die Absturzstelle geschafft hatten konnte die Bergungsaktion beginnen. Erstmal  haben wir die Wurfseile in den Baum geschmissen, damit wir die dickeren Seile hochziehen konnten. Das klingt jetzt als ob das eine ganz einfache Sache war, in Wirklichkeit haben wir uns ungefähr eine Stunde abgemüht bis wir ein Seil so platziert hatten, dass man daran den Baum erklimmen konnte. Die Absturzstelle hatte nämlich eher den Charakter eines naturbelassenen Urwaldes.
Nachdem sich dann der hilfreiche Zuschauer (an dieser Stelle möchte ich noch mal meinen herzlichsten Dank aussprechen) auf ca. 8 m postiert hatte, konnten wir die restliche Höhe mit einem langen Stock überbrücken und so den Flügel noch retten.

Leider habe ich bei dieser Aktion keine Bilder gemacht, der Verlust meines Super Tigers wog einfach zu schwer. Nachdem ich mich wieder ein bisschen beruhigt hatte, habe ich dann doch noch ein paar Bilder gemacht.

Nun war es also passiert. Die Schäden waren aber nicht so, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnen würde. Nach einer längeren Trauerphase habe ich dann wieder angefangen den Rumpf zu reparieren.

Da die Schäden am Rumpf geringer waren, entschied ich mich mit diesem zu beginnen. Am Leitwerk war zum Glück der Kiefernholm unbeschadet stehen geblieben und der Verbindungskeil am vorderen Teil der Leitwerks konnte unter Zuhilfenahme eines Buchendübels wieder formschlüssig am Rumpf angebracht werden.

Der weitere Aufbau der Leitwerkshälfte folgte dann in gewohnter Modellbau-Manier nach Plan, mit entsprechender Anpassung an die Anschlussstellen.

Das Ansetzen an den Rumpf war dann auch keine große Herausforderung mehr. Störend war nur das Ruder. Dieses war noch mit der anderen Seite verbunden und das sollte auch so bleiben.

Jetzt noch die Folie wieder drauf und schon sieht es wieder aus, als ob nie was gewesen wäre.

Der aufgerissene Rumpf an der Fahrwerksaufnahme und die untere Flächenhalterung konnten unter Zuhilfenahme von Glasfasergewebe und Harz wieder in die ursprüngliche Position gebracht werden. Das anschließende Verspachteln und Lackieren waren dann nur noch Fleißarbeiten.

Jetzt sind nur noch die Flächen dran. Die Obere werde ich sicherlich reparieren. Das Ersetzen der gebrochenen Bereiche ist einfacher als der Neubau der Fläche. Bei der unteren Fläche bin ich mir noch nicht sicher. Da dort fast die Hälfte der Fläche abgebrochen ist und die Bruchstelle direkt an der Rumpfwand liegt, habe ich noch keine Idee wie ich das sicher Reparieren kann. Es besteht ja immer noch die Möglichkeit die Fläche neu zu bauen.

Wie es weiter geht werde ich hier sicherlich noch berichten, nur den Zeitpunkt möchte ich noch nicht nennen. Ich habe ja auch noch andere Projekte am Laufen

Fortsetzung folgt…

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